

Der öffentliche Nahverkehr im Großraum München erweist sich laut einer aktuellen Studie als bedeutender wirtschaftlicher Faktor für die Region. Demnach erzeugt der ÖPNV im Gebiet des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) jährlich eine gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung von rund 5,6 Milliarden Euro. Bei jährlichen Betriebskosten von etwa 1,6 Milliarden Euro entspreche dies einem Nutzen von rund 3,60 Euro für jeden investierten Euro.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Beratungsunternehmens MCube Consulting, die im Auftrag der MVV GmbH erstellt wurde. Die Studie analysiert neben den direkten Effekten des öffentlichen Verkehrs auch dessen wirtschaftliche Auswirkungen auf andere Branchen und gesellschaftliche Bereiche.
Demnach entstehen erhebliche wirtschaftliche Impulse nicht nur bei Verkehrsunternehmen und deren Zulieferern, sondern auch in angrenzenden Wirtschaftssektoren. Besonders deutlich zeigt sich dies im Tourismus, im Einzelhandel, auf dem Immobilienmarkt sowie im Pendelverkehr. Darüber hinaus trägt der öffentliche Verkehr zur Verringerung externer Kosten bei, etwa durch geringere Umweltbelastungen, weniger Verkehrsunfälle und eine Entlastung der Straßeninfrastruktur.
Eine zentrale Rolle spielt der ÖPNV im MVV-Raum vor allem für den regionalen Arbeitsmarkt. Busse und Bahnen ermöglichen täglich die Pendlerströme zwischen der Landeshauptstadt München und dem Umland. Dadurch wird der Zugang zu Arbeitsplätzen in der gesamten Metropolregion erleichtert. Nach Angaben der Studie liegt der wirtschaftliche Nutzen des Pendelverkehrs im MVV-Gebiet deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt.
Auch im Tourismus und Einzelhandel zeigt sich eine messbare wirtschaftliche Wirkung. Der Beitrag des öffentlichen Verkehrs zur touristischen Wertschöpfung wird auf rund 900 Millionen Euro geschätzt, im Einzelhandel auf etwa 300 Millionen Euro. Insgesamt entfallen rund acht Prozent der gesamten ÖPNV-Wertschöpfung in Deutschland auf das MVV-Gebiet, obwohl dort lediglich rund 3,8 Prozent der Bevölkerung leben.
Die Gesamtwertschöpfung von durchschnittlich 5,6 Milliarden Euro pro Jahr entspricht laut Studie etwa der Hälfte der touristischen Bruttowertschöpfung in der Region oder rund drei Vierteln der Wertschöpfung des Einzelhandels im gleichen Gebiet.
Gleichzeitig weist die Untersuchung darauf hin, dass diese wirtschaftlichen Effekte von langfristigen Investitionen und einer stabilen Finanzierung abhängen. Ohne kontinuierliche politische und finanzielle Unterstützung könnte die positive Wirkung des öffentlichen Verkehrs auf Wirtschaft, Pendelverkehr und regionale Entwicklung langfristig nachlassen.
Die Studienergebnisse liefern damit eine datenbasierte Grundlage für die Diskussion über den weiteren Ausbau und die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs im MVV-Gebiet. Sie zeigen, dass Investitionen in Bus und Bahn nicht nur zur Verbesserung der Mobilität beitragen, sondern auch ein vergleichsweise hohes volkswirtschaftliches Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen.
Grafik: MCube Consulting GmbH
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