BVG sieht Verdi-Forderungen als nicht finanzierbar
 

MANTELTARIFVERHANDLUNGEN

BVG sieht Verdi-Forderungen
als nicht finanzierbar

Freitag, 30.01.2026

In der zweiten Runde der Manteltarifverhandlungen zum TV-N Berlin hat die BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) ihre finanzielle Bewertung der Verdi-Forderungen vorgelegt und ihre Gesprächsbereitschaft betont. Der Forderungskatalog der Gewerkschaft umfasst inzwischen 17 Punkte, darunter eine 35-Stunden-Woche für alle Beschäftigten ab 2027 bei vollem Lohnausgleich, mehr Urlaub sowie kürzere Schichten.

Nach Angaben der BVG würde die Umsetzung zusätzliche Personalkosten von über 150 Millionen Euro jährlich verursachen und rund 1.330 neue Stellen erfordern. In dieser Größenordnung seien die Forderungen nicht finanzierbar und sprengten sowohl den Rahmen einer Manteltarifrunde als auch jegliche finanzielle Möglichkeiten des Unternehmens, erklärte die BVG. Das Unternehmen verweist auf den erst im vergangenen Jahr abgeschlossenen Entgelttarifvertrag sowie auf den seit 2024 laufenden Stabilisierungskurs.
BVG-Vorständin und Verhandlungsführerin Jenny Zeller-Grothe appelliert daher an beide Seiten, die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens im Blick zu behalten: „Wir wollen noch bessere Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden und ein gutes Angebot für unsere Fahrgäste. Dabei müssen aber beide Seiten die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens im Blick behalten und verantwortungsvoll mit den Mitteln eines Landesunternehmens umgehen.“

Die BVG fordert Verdi auf, die Forderungen zu priorisieren, um einen realistischen Verhandlungskorridor zu schaffen. Als Ansatz für Entlastung nennt die BVG flexiblere Arbeitszeitmodelle statt pauschaler Arbeitszeitverkürzungen. Ziel seien gemeinsam entwickelte und schrittweise umsetzbare Lösungen.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. Februar angesetzt.
Foto: BVG/Jörg Pawlitzke

In der laufenden Manteltarifrunde zum TV-N Berlin hat die BVG in der zweiten Verhandlungsrunde mit der Gewerkschaft Verdi ihre Bewertung der gewerkschaftlichen Forderungen vorgelegt und ihre Gesprächsbereitschaft bekräftigt.

Zum Auftakt der Tarifverhandlungen Mitte Januar hatte Verdi neben bereits bekannten Punkten weitere Forderungen eingebracht. Der Katalog umfasst nun insgesamt 17 Themen. Dazu zählt unter anderem die Erwartung einer 35-Stunden-Woche für alle Mitarbeiter ab Januar 2027 bei vollem Lohnausgleich.

Nach Angaben der BVG wurde das gesamte Forderungspaket – wie in der ersten Runde vereinbart – umfassend finanziell geprüft. Das Unternehmen beziffert das Volumen der Forderungen auf mehr als 150 Millionen Euro zusätzliche Personalkosten pro Jahr. Daraus ergäbe sich laut BVG ein zusätzlicher Personalbedarf von rund 1.330 Stellen. In dieser Größenordnung seien die Forderungen nicht finanzierbar. Sie würden sowohl den Rahmen einer Manteltarifrunde als auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Unternehmens überschreiten.
Die BVG verweist darauf, erst im vergangenen Jahr einen historisch hohen Entgelttarifvertrag abgeschlossen zu haben. Bei Tarifverhandlungen müssten außerdem gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie die betriebliche und wirtschaftliche Situation des Unternehmens berücksichtigt werden. Seit 2024 verfolge die BVG einen Stabilisierungskurs, um das Unternehmen betrieblich, strukturell und finanziell wieder auf Kurs zu bringen.

„Wir wollen noch bessere Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden und ein gutes Angebot für unsere Fahrgäste. Dabei müssen aber beide Seiten die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens im Blick behalten und verantwortungsvoll mit den Mitteln eines Landesunternehmens umgehen“, erklärt Jenny Zeller-Grothe, BVG-Vorständin für Betrieb und Personal und Verhandlungsführerin.
Die BVG hat Verdi erneut aufgefordert, die Forderungen zu priorisieren. Ziel sei es, einen realistischen Verhandlungskorridor für die laufende Tarifrunde zu definieren. Erst auf dieser Grundlage könne ein seriöses erstes Angebot vorgelegt werden.

Als möglichen Ansatz für eine nachhaltige Entlastung der Mitarbeitenden sieht die BVG die Weiterentwicklung und stärkere Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen. Über Wahlmodelle sollen persönliche Bedürfnisse der Beschäftigten mit betrieblichen Anforderungen in Einklang gebracht werden, statt pauschale Arbeitszeitabsenkungen vorzunehmen. In gemeinsam entwickelten und schrittweise umsetzbaren Modellen sieht das Unternehmen Chancen für attraktivere Arbeitsbedingungen.

„Die BVG will verhandeln und konstruktiv an Verbesserungen arbeiten, auf realistischer Basis“, so Zeller-Grothe weiter.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Wetterlage und der Herausforderungen für Fahrgäste sowie Mitarbeitende, die seit Tagen an der Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebs arbeiten, ruft die BVG ihren Verhandlungspartner dazu auf, auf Eskalationen zu verzichten und am Verhandlungstisch Lösungen zu erarbeiten. Das Verhandlungsteam stehe dafür jederzeit bereit.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. Februar terminiert.



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