Hafermanns Offener Brief
 

AN DIE BUNDESKANZLERIN:

Hafermanns Offener Brief

Montag, 08.03.2021

Busreiseveranstalter Meinhold Hafermann (Hafermann-Reisen in Witten) hat unter der Forderung „Ich will Urlaub machen!“ einen Offenen Brief an die Bundeskanzlerin, den Kanzleramtsminister, die Wirtschafts- und Finanzmininister des Bundes sowie den Ministerpräsidenten von NRW abgeschickt, den wir nachfolgend in Auszügen veröffentlichen.

„Ich will Urlaub machen!“

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,
Herr Braun, Herr Scholz, Herr Altmeier und Herr Laschet,

ich bin total enttäuscht darüber, dass in der letzten Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin vom 3.3.2021 der Tourismus mit seinen 3 Millionen Beschäftigten noch nicht einmal erwähnt wurde, obwohl beim Wirtschaftsgipfel vor drei Wochen das mit den Verbänden vereinbart wurde. Dagegen hören Sie als Politiker nicht auf, den Menschen abzuraten, überhaupt an Urlaub zu denken, geschweige denn eine Empfehlung für einen Monat zu machen, wann mindestens die dann geimpften Bundesbürger und die noch nicht geimpften Bürger mit PCR oder Schnelltests wieder frei reisen dürfen.

Sie, verehrte Frau Bundeskanzlerin, haben schon mehrfach die Bevölkerung gebeten, auf nicht notwendige und private Reisen zu verzichten. Sie, Herr Altmeier, haben sich im Bild Interview rein „privat“ geäußert, dass die Menschen mit der Buchung Ihres Sommerurlaubes noch mehrere Wochen abwarten sollten. Und Sie, Herr Braun, sagen im WAZ Interview, dass man erst „ab Pfingsten über Reisen und Freizeit deutlich entspannter reden“ kann.(...)

Keine Pandemietreiber

Nachweislich steht laut der Studie des RKI vom Februar 2021 fest, dass der Tourismus und erst recht nicht die Pauschal- und Busreise der Pandemietreiber für den Spätsommer waren.Dafür haben wir in der Bustouristik, in der Hotellerie und den sonstigen Partnern der Bustouristik sehr viel getan, denn wir setzen sichere Hygienekonzepte zum Schutz der Gesundheit unserer Gäste und des Personals ein. Zusätzlich haben wir sogar in unseren Reisebussen Virenkiller eingebaut. (im Brief erläutert...)

Für den Re-Start II haben wir mit unserem Verband NWO ein erweitertes Hygienekonzept in NRW entwickelt (...im Brief erläutert...). Durch diese Hygienemaßnahmen haben wir im Sommer 2020 rund 4.000 Reisegäste in unseren Reisebussen sicher und gesund befördert und hatten keinen einzigen Corona Fall während der ganzen Reise.

Ich war bis Anfang 2021 eigentlich stolz auf die umsichtige Corona-Politik der Bundesregierung. (...) Jetzt bin ich aber wirklich sauer darüber, dass wir uns mit unserer Bürokratie und Hang zum Perfektionismus selbst im Weg stehen und die logistische Abwicklung und Umsetzung der Impfungen nicht hinbekommen. Warum lernen wir nicht aus den Ergebnissen und Erkenntnissen aus Israel, GB und den USA, die mit einer Taskforce uns jetzt beim Impfen weit überholt haben? (...)

Jeder Tag mehr kostet uns in Deutschland wahnsinnig viel Geld. Ich würde lieber meine ganze Energie wieder in die erfolgreiche Vermarktung meiner Busreisen und Flusskreuzfahrten investieren, als mich mit Bundeshilfen zu beschäftigen. Übrigens haben Sie mit der Ü III ein derartiges kompliziertes Monster aufgestellt, dass nur zahlenaffine Betriebswirte und Steuerberater da noch einen Durchblick haben und auch die Instrumente dafür beherrschen. „Normalsterbliche“ Busunternehmer sind damit vollkommen überfordert. (...)

Überbrückungshilfen

Darüber hinaus muss ich mich über die langen Prüfungen und Auszahlungen der Hilfen beklagen. So z.B. haben wir die Novemberhilfe am 27.11.2020 beantragt und eine Eingangsbestätigung am 30.11.2020 und daraufhin zwei Abschlagszahlungen erhalten. Seit dem warten wir auf eine Schluß- und Endabrechnung und das sind jetzt mehr als 3 Monate her. Ebenso haben wir die Ü II am 18.12.2020 beantragt und warten seitdem fast drei Monate lang auf 150.000,- € Hilfe. Die Dezemberhilfe haben wir am 13.01.2021 erhalten und ebenfalls nur eine Abschlagszahlung erhalten. (...)

Die Busbranche befindet sich schon seit dem 2.11.2020 im 5. Monat im Lockdown. Allerdings haben Sie uns schon das Herbstgeschäft durch das touristische Beherbergungsverbot, welches dann von Gerichten z.T. kassiert wurde, ab dem 6.10.2020 kaputt gemacht, da gebuchte Gäste nur mit einem PCR in den Hotels übernachten durften. Unsere Kunden konnten dann viele gebuchte Reisen nicht antreten, weil diese ein bis zwei Tage vor der Reise keinen Test mit Ergebnis erhielten, die Ärzte über den kostenlosen Test nicht voll informiert waren oder erst gar keinen Termin oder falsche Informationen von den Ärzten erhielten.

Seit dem 22.10.2020 steht unsere gesamte Reisebusflotte abgemeldet in unserer Halle herum und die Busfahrer und Disponenten sind zu 100% in Kurzarbeit. In der Verwaltung sieht es an normalen Werktagen aus wie in einer „Geisterfirma“, da nur eine ganz kleine Mannschaft, das sehr geringe Buchungsgeschäft abwickelt. Aufgrund der o.g. Äußerungen kommen trotz hoher Reisewilligkeit der Bundesbürger, so die Urlaubsanalyse FUR, keine Buchungen für das Frühjahr und den Sommer rein. Mehr als 3 Mrd. Reisepreisumsatz fehlen für den Sommer 2021 zum Vorjahr per Ende Januar laut TDA Travel Data + Analytics (FVW vom 3.3.2021 Christiane von Pilar).
Der sehr schwache Buchungsmonat Februar hat diesen Rückstand auch nicht verbessert, da aufgrund der Mutanten und der unendlichen Diskussionen in allen Medien darüber die Buchungsneueingänge fast zum Erliegen brachten. (...) Die Nerven liegen bei allen Beteiligten blank und viele der Betriebe stehen mit Ihren Mitarbeitern vor dem Aus.

Durch Ihr selbst verursachte „Impfchaos“, haben Sie die reisewilligen Bürger so verunsichert, dass diese weiterhin Angst haben und erst dann wieder reisen werden, wenn sie geimpft worden sind. Die Leute wissen aber nicht, wann Sie dran sind. Geben Sie uns bitte allen eine klare Aussage, bis wann z.B. die über 59-jährigen mit den Impfungen dran sind.

Dann sagen Sie, Herr Braun, im WAZ Interview, dass geimpfte Personen erst dann wieder über ihr verbrieftes Grundrecht zur freien Reise verfügen könnten, wenn alle Bundesbürger einen Impftermin erhalten hätten. Ich zitiere: „Wenn wir jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht haben, dann können wir zur Normalität in allen Bereichen zurückkehren.“ Dieses ist aus meiner Sicht nicht konform mit dem Grundgesetz.

(...)

Sie, Herr Braun, haben im Interview in der WAZ folgendes gesagt: „Wir können ab Pfingsten über Reisen und Freizeit deutlich entspannter reden.“ Wenn Sie erst dann darüber reden wollen, ist das Reisegeschäft für den Sommer durch die Politik abermals „demontiert“ und wirtschaftlich kaputt gemacht worden. Unsere Kunden und wir brauchen eine Vorlaufzeit von mindestens 3 Monaten, damit unsere Kunden die Reisen buchen und wir auch genügend Buchungen erhalten können, um diese auch wirtschaftlich abwickeln zu können. (...)

Ich fordere Sie daher auf, dass die bisherigen Versprechen durch die Beseitigung des Impfchaos umgesetzt werden können:

1. Ich will Urlaub machen!
2. Urlaubsreisen in Deutschland, Europa und der ganzen Welt sind wieder für geimpfte Personen und für nicht geimpfte Personen mit Tests ab Juni 2021 erlaubt!
3. Buchen Sie jetzt Ihre Reisen im nächsten Reisebüro, beim Reiseveranstalter oder Hotel!

(...)

Mit freundlichen Grüßen
Meinhold Hafermann


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