

"Ohne eine konzertierte Aktion und Mitwirkung aller wird es nicht gehen", betonte IBV-Präsident Richard Eberhardt gestern bei der Jahrestagung zum Thema Image-Bildung für den Reisebus. Deshalb soll zunächst eine Mitgliederumfrage durchgeführt werden.Ziel: Herauszufinden, wer mitmachen und wieviel Geld dafür aufbringen bereit uwäre. Danach wird über die weitere Vorgehensweise entschieden.
"Keine Millionen verschleudern"
So viel kristallisierte sich gestern bei einer äußerst kontrovers geführten Diskussion heraus: Eine klassische Image-Kampage, die Millionen kosten würde, wird es nicht geben! Selbst die beauftragte Agentur Imelauer & Intermar (München) warnte davor, "viel Geld sinnlos auszugeben", sondern plädierte als Alternative für eine Bündelung von kostengünstigen Maßnahmen, die vergleichbar mit einer Architektur "zunächst ein Fundament bilden soll, auf dem man kontinuierlich über Jahre aufbauen kann", wie Agenturchef Ron Imelauer (auf dem Foto rechts) gestern vor dem Plenum erläuterte. (Zusammen mit Peter Aldag (Foto l.) hat er die Marken A-Rosa, Studiosus Reisen, Club Robinson u.v.m. kreiert).
Erst einmal müssten Grundlagen geschaffen werden, quasi ein Topf von Image bildenden Maßnahmen, aus denen sich jeder Busreiseveranstalter kostenlos bedienen können muss, um seinen eigenen Beitrag in seinem Bereich leisten zu können ( Bilddatenbank, Webseiten-Vernetzung, Facebook-Aktionen, Bus-Design Unterstützung, Award für beste Busse, bestes Interieur, beste Fahrer, Service-Angebote etc.). Ein Team solle all diese Maßnahmen bündeln, aufbereiten und "einem größeren Kreis als bisher zur Verfügung stellen " (Gbk-Vorstandsmitglied Bülent Menekse).
Veranschlagte Anschubkosten dafür: Einmalig rund 350.000 Euro plus jährliche Folgekosten von weiteren 100.000 €, geteilt durch 3.000 Mitglieder.
Heftige Kritik
Die Ideen, mit denen Ron Imelauer und Peter Aldag aufwarteten, stießen allerdings auf teilweise heftige Kritik der Anwesenden. "Hätte von Marketing-Experten mehr erwartet" (Michael Ellert, Stage Entertainment), " alles schon jahrelang bekannt" (Prof. Dr. Harald Bartl), " falsche Ausgangsposition" (Rolf Wieneke, Hänschens Reisedienst). Es gab auch Unterstützer: "Nicht gleich wieder zerreden, sondern endlich anfangen" (Ansgar Zoller, Ex-Chef von La Cordee).
Busunternehmer Menekse mahnte: " Bisher hat die Branche nie pro aktiv in eigener Sache gehandelt - auch die Industrie nicht - sondern hat sich ihr Image immer von außen aufzwingen lassen. Auch bei der aktuellen Fernbus-Thematik. Ergebnis: Wir haben überhaupt kein Image. Wir müssen endlich selbst in eigener Sache tätig werden."