
(EB) Wolfgang Steinbrück ist ein Mann klarer Worte. So mag man ihn als Präsident des Bundesverbands bdo und so schätzt man ihn noch mehr “daheim“ bei seinem mitteldeutschen Busunternehmerverband MDO. Vielleicht lag es daran, dass er sich jetzt in Meerane etwas zu heimisch fühlte, sodass er bei der Jahrestagung seines Verbands etwas übers Ziel hinaus schoss, als er sich die neue Fernbus-Gesellschaft MeinFernbus zur Brust nahm. Steinbrück missfällt dort einiges und so glaubt er die alteingesessenen mittelständischen Busunternehmer in der Rolle der “Doofen“ zu sehen, die im Fall einer Zusammenarbeit einen Kooperations-Vertrag mit MeinFernbus abschließen müssten, die sie dazu zwängen “ bei Konventionalstrafe eine Fernlinie 6 Jahre“ aufrecht zu erhalten, wenn sie aus dem Vertrag wieder heraus wollten. MeinFernbus fühlte sich empfindlich auf den Schlips getreten und konterte sofort und mit großem Geschütz. Da Steinbrücks Wort vom “doofen Busunternehmer“ schnell im Internet kursierte, wurde mit anwaltlicher Vertretung eine Gegendarstellung verlangt. Außerdem schob man prompt eine Ehrenerklärung von 11 Busunternehmen hinterher, die mit MeinFernbus eben diese Verträge abgeschlossen haben. Tenor der verlangten Gegendarstellung: Steinbrück liege zweifach falsch. Zum einen gäbe es niemals eine wie auch immer geartete Konventionalstrafe. Zum anderen auch keinen 6-Jahreszwang, sondern „eine Kündigungszeit von 6 Monaten nach dem ersten Betriebsjahr“. Und schließlich habe der Präsident MeinFernbus diskreditiert und Bemühungen untergraben, Fernbuslinien allgemein den Weg zu ebnen. Ob dies wohl daran liege, dass Steinbrück bereits ebenfalls zwei Fernbuslinien betreibe und zwar mit der Konkurrenz, der Bahn-Tochter Berlin-Linienbus, wurde noch süffisant nachgeschoben ?...