




Als erster Bushersteller bringt Daimler Buses mit einem modifizierten Travego den ersten Reisebus mit Euro 6 Motor auf den Markt, der gestern in Stuttgart der Presse vorgestellt wurde. Die neue Abgasnorm tritt zwar erst im Januar 2014 in Kraft, doch Daimler ist der erste Bushersteller, der bereits ab Januar 2012 den Reisebus serienmäßig mit Euro 6 liefert, um die Kaufentscheidungen der Busunternehmen für künftige Produkte zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Der Travego wird dadurch in der Anschaffung „zwar um 12.000 Euro teurer“, wie Entwicklungs-Chef Richard Averbeck einräumte. „Doch wir haben einen Kraftstoffverbrauch kleiner gleich Euro 5 erreicht, was uns mächtig stolz macht“, weist Averbeck auf die hervorragenden Life Cicle Kosten hin und einen weiter gesteigerten Service-Intervall von 90.000 auf 120.000 km. Bei einer internationalen Pressekonferenz in der Stuttgarter Carl Benz Arena präsentierte der globale Marktführer sein neues Flaggschiff, das bei der Busmesse Busworld im Oktober in Kortrijk erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die „Edition 1“ dieser Weltpremiere, die nach der Busmesse in Belgien geordert werden kann, tritt mit einem neuen BlueEfficiency Power-Motor, neuem Getriebe und Cockpit sowie dem im Bus einzigartigen Sicherheitssystem Attention Assistent an. Auch die neue Generation des Citaro wird auf der Busworld ihre Premiere haben. Auf dem Setra-Stand wird als Innovation ein neues Infotainment-System mit Satelliten-TV und Radio im Mittelpunkt stehen. Für Hartmut Schick, Head of Daimler Buses, Grund genug, optimistisch in die Zukunft zu blicken. “Wir bleiben die Nummer Eins im globalen Busgeschäft und planen einen Jahresabsatz von über 40.000 Bussen und Fahrgestellen mit Wachstumsimpulsen vor allem aus Brasilien, Mexiko und der Türkei.“ Weltweit hat Daimler im ersten Halbjahr 2011 insgesamt 18.380 Busse und Chassis der Marken Mercedes-Benz, Setra und Orion (USA) abgesetzt. In Europa dagegen verlaufe der Absatz verzögert. “ Die Krise von 2009 wirkt noch nach - die angespannte Haushaltslage der öffentlichen Hand hat geringe Beschaffungsmengen zur Folge.“ In Deutschland musste gar im ersten Halbjahr im ÖPNV ein Rückgang „um fast 30% “ eingesteckt werden, was man in einem typisch verlaufenden Stadtbus-Jahr wieder gegen Ende aufholen könne. Einen Nachfolger für den kurzfristig ausgeschiedenen Leiter von Mercedes-Benz Omnibusse, Michael Göpfarth, konnte Schick noch nicht präsentieren. Göpfarth war zum 1. September ausgeschieden – EuroBus berichtete an dieser Stelle -, um sich außerhalb der Automobilindustrie als geschäftsführender Gesellschafter in einem mittelständischen Pharmaunternehmen neu zu orientieren. „Wir haben uns für einen kompetenten Nachfolger mit internationaler Reputation entschieden, der allerdings noch durch unsere Gremien bestätigt werden muss“, bat der Bus-Chef von Daimler noch um „14 Tage Zeit, bis zur endgültigen Präsentation“.