



Nach insgesamt 30 Jahren Engagement, davon zwei Jahrzehnte als Vorsitzender, hat Karl Reinhard Wissmüller seine Führungsrolle im Landesverband Hessischer Omnibusunternehmen (LHO) niedergelegt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung am 20. März in Hanau wurde er feierlich verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Karl Wissmüller hatte den Verband über viele Jahre hinweg maßgeblich geprägt. Sein zentrales Credo: „Markt funktioniert nur mit Marktteilnehmern.“ Besonders seit Beginn europaweiter Ausschreibungen im Jahr 2004 setzte er sich dafür ein, dass auch kleinere Unternehmen im Wettbewerb bestehen können. „Echter Wettbewerb findet nur dort statt, wo es unterschiedliche Anbieter gibt und große Konzerne nicht alle Mittelständler aus dem Markt drängen“, betonte er immer wieder.
Zum neuen Vorsitzenden wurde der bisherige Stellvertreter Udo Diehl aus Wetter gewählt. Unterstützt wird er künftig von den stellvertretenden Vorsitzenden Daniel Sallwey und dem neu gewählten Frank Engelhardt aus Heidenrod.
Auch im erweiterten Vorstand gab es Veränderungen: Während Uwe Bahr nach 20 Jahren ausschied, wurden Patrick Bahr und Rainer Sauter neu gewählt. Wiedergewählt wurden Udo Erletz, Bianca Frölich, Mark Philippi und Stephanie Schramm.
Finanzierung des ÖPNV im Fokus
Neben personellen Entscheidungen stand auch die inhaltliche Debatte im Mittelpunkt der Versammlung. Unter dem Titel „Leere Kassen – volle Busse“ diskutierten Vertreter aus Politik und Branche über die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs.
Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen (BDO), machte die Diskrepanz zwischen Erwartungen und finanziellen Möglichkeiten deutlich: „Wer mehr Leistungen bestellt, muss auch eine entsprechende Finanzierung sicherstellen.“ Die Ansprüche an einen klimafreundlichen und digitalisierten ÖPNV seien hoch, die Mittel jedoch begrenzt.
Daniel Sallwey plädierte dafür, die Vergabeverfahren stärker an den praktischen Erfahrungen der Unternehmen auszurichten. Mehr funktionale Elemente könnten dazu beitragen, das Know-how der Busunternehmen besser einzubinden.
Auch Staatssekretärin Ines Fröhlich unterstrich in ihrem Grußwort die zentrale Rolle der Busse als „das am meisten genutzte Verkehrsmittel“. Sie sprach sich für verlässliche Rahmenbedingungen und eine Vereinfachung der Vergabeverfahren aus, um das Ziel „Mehr Mobilität mit weniger Verkehr“ zu erreichen.
Der Abschied Karl Wissmüllers wurde nicht nur von Lob und Anerkennung begleitet, sondern auch von humorvollen Anspielungen auf seine Persönlichkeit. Weggefährten erinnerten an seine bildhafte Beschreibung seiner Heimat im Odenwald als „Schwanzhaar des Hessischen Löwen“ sowie an seine Hartnäckigkeit, zentrale Argumente „gebetsmühlenartig“ zu wiederholen. Passend dazu erhielt Wissmüller zum Abschied eine tibetanische Gebetsmühle und einen Löwenschwanz.
Bildunterschriften
Verabschiedung Karl Reinhard Wissmüller, v.l.n.r.: Udo Diehl (1. Vorsitzender LHO), Karl Reinhard Wissmüller, Daniel Sallwey (stv. Vors.), Frank Engelhardt (stv. Vors.)
Udo Diehl, neuer 1. Vorsitzender LHO
Diskussionsrunde “Leere Kassen – volle Busse”, v.l.n.r.: Markus Schmidt-Auerbach (NaNa Brief, Mod.), Daniel Sallwey (LHO), Christiane Leonard (bdo), Maximilian Ziegler (SPD), Heiko Kasseckert (CDU), Katy Walther (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Oliver Stirböck (FDP)
Fotos: LHO
Weitere News von EuroBus:
Facebook:https://www.facebook/EuroBus/
Twitter: https://goo.gl/Hs3i54
Instagram: https://instagram/eurobus