

Vier große Verkehrsunternehmen wollen gemeinsam zentrale Zukunftsthemen im öffentlichen Personennahverkehr voranbringen. Die Rheinbahn AG ist einer bestehenden Kooperation der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) und der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) beigetreten und erweitert damit die strategische Allianz um eine weitere Metropolregion.
Die drei Verkehrsunternehmen aus Berlin, Hamburg und München hatten ihre Partnerschaft bereits im Herbst 2025 mit einem Memorandum of Understanding (MoU) besiegelt. Mit der Unterzeichnung durch Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe wächst das Bündnis nun um einen weiteren starken Partner aus einer großen Metropolregion. Damit fließen zusätzliche Erfahrungen aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet – einem der größten Verkehrsnetze Deutschlands – in die Kooperation ein.
Hintergrund der Zusammenarbeit ist der tiefgreifende Wandel in der Mobilitätsbranche. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Automatisierung und autonomes Fahren eröffnen neue Möglichkeiten, stellen Verkehrsunternehmen zugleich aber vor große Herausforderungen. Durch gemeinsame technische Standards, offene Bezahlsysteme und interoperable Lösungen wollen die Partner Innovationen schneller entwickeln und den Nutzen für Millionen Fahrgäste erhöhen. Man möchte Lösungen schaffen, die nicht nur in einzelnen Städten funktionieren, sondern auch über Verbund- und Unternehmensgrenzen hinweg einsetzbar sind.
Konkret konzentriert sich die Allianz zunächst auf drei zentrale Anwendungsfelder. Dazu gehört erstens das autonome Fahren im ÖPNV. Erfahrungen aus Pilotprojekten sollen gebündelt, Entwicklungsfahrpläne abgestimmt und gemeinsame Standards erarbeitet werden, um neue Technologien wirtschaftlich in den Betrieb zu integrieren.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf einer gemeinsamen Mobilitätsplattform namens MAX. Sie soll verschiedene Verkehrsangebote – etwa Bus, Bahn und geteilte Mobilitätsdienste – technisch miteinander verbinden. Dabei setzen die Partner bewusst auf Interoperabilität statt auf eine zentrale Lösung: Bestehende Zuständigkeiten und regionale Strukturen bleiben erhalten, während die Systeme technisch kompatibel werden.
Drittens arbeiten die Unternehmen an standardisierten und offenen Vertriebssystemen. Ziel ist ein möglichst nahtloses Ticketing für Fahrgäste über verschiedene Städte hinweg. Dazu zählen unter anderem Account Based Ticketing (ABT) sowie ID-basierte Ticketlösungen. Die Rheinbahn bringt hier eigene Erfahrungen aus digitalen Vertriebssystemen wie CALO in die Kooperation ein.
„Unser Fokus liegt auf praxisnahen und skalierbaren Anwendungsfällen“, erklärt Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe. Ziel sei es, gemeinsam mit starken Partnern offene und branchenfähige Standards zu entwickeln, die sich auch in bestehende Verbundstrukturen integrieren lassen.
Auch die bisherigen Partner sehen im Beitritt der Rheinbahn einen wichtigen Schritt. BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk spricht von zusätzlichem „Rückenwind aus einer weiteren großen Metropolregion“. Wenn Verkehrsunternehmen ihre Erfahrungen bündeln, könnten Innovationen schneller umgesetzt werden und gleichzeitig Standards entstehen, von denen die gesamte Branche profitiere.
Die Kooperation tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft und ist zunächst unbefristet angelegt. Um parallele Einzelentwicklungen zu vermeiden, soll die Zusammenarbeit in klar definierten Arbeitsgruppen organisiert werden. Ein gemeinsamer Lenkungskreis der beteiligten Städte und Regionen übernimmt die strategische Steuerung.
Das Foto zeigt:
Von links: Ingo Wortmann (Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft), Henrik Falk (Vorstandsvorsitzender der Berliner Verkehrsbetriebe), Annette Grabbe (Vorständin Rheinbahn) und Robert Henrich (Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn).
Foto: BVG
Weitere News von EuroBus:
Facebook:https://www.facebook/EuroBus/
Twitter: https://goo.gl/Hs3i54
Instagram: https://instagram/eurobus