


Im Rahmen der BUS2BUS Messe in Berlin endete gestern der politische Kongress des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen (bdo). Unter der Ăberschrift âWettbewerb & Wandelâ diskutierte bdo-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Christiane Leonard mit Daniela Kluckert (Parlamentarische StaatssekretĂ€rin im BMDV), Stefan Gelbhaar (Verkehrspolitischer Sprecher BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen), Michael Donth (Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages), Daniel Krauss (MitgrĂŒnder und CIO von FlixBus) und Prof. Dr. Matthias Knauff (Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena) (Foto: bdo).
Zu Beginn des Panels hob bdo-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Leonard hervor, dass wenige Wirtschaftsbereiche von der Corona-Pandemie und der dramatischen Dieselpreisentwicklung im Zuge des russischen Ăberfalls auf die Ukraine so hart getroffen worden sind, wie die mittelstĂ€ndische Busbranche. Dazu hat die neue Bundesregierung mit der MobilitĂ€tswende und dem zweiten Entlastungspaket bei den Energiepreisen viele verkehrspolitische Aufgaben zu bewĂ€ltigen, die die privaten Busunternehmen direkt betreffen. Das Panel war sich einig, dass die Verkehrswende und insbesondere die StĂ€rkung des ĂPNVs nur mit dem Bus gelingen kann. Stefan Gelbhaar, Verkehrspolitischer Sprecher der GrĂŒnen, sagte dazu: âEine echte Verkehrswende gelingt nur, wenn der Schulbus auf dem Land nicht die einzige Option ist, um von A nach B zu kommen. Eine Alternative zum eigenen Auto schaffen wir, in dem der Bus das Fundament moderner Sharing- und Vernetzungskonzepte wird.â
Auch Daniela Kluckert, Parlamentarische StaatssekretĂ€rin beim BMDV, betonte die absolut wichtige Rolle der privaten Busunternehmen in der Daseinsvorsorge, denn deren âBusse sind aufgrund des schnellen, flexiblen und effektiven Einsatzes ein hervorragender Bestandteil eines nahtlosen und passgenauen MobilitĂ€tsangebots. Wir brauchen smarte Systeme, die unterschiedliche VerkehrstrĂ€ger intelligent und effizient miteinander verknĂŒpfen. Jetzt gilt es, die Rahmenbedingungen fĂŒr die smarte Nutzung der Busse der Zukunft zu schaffen.â Das Bekenntnis zum Vorrang der Eigenwirtschaftlichkeit im Koalitionsvertrag ist dabei der wichtige Grundstein. Die privaten Busunternehmen stehen bereit, um ihren Beitrag zu leisten.
Im Koalitionsvertrag ist klar die StĂ€rkung des ĂPNV verankert. Aber fĂŒr die geplante, deutliche Steigerung der ĂPNV-Fahrgastzahlen bis zum Jahr 2030 fehlt es schon heute an Fahrpersonal. In den letzten 12 Monaten hat sich die Situation dramatisch verschĂ€rft. Bereits 85 Prozent der Busunternehmen leiden derzeit unter akutem Fahrermangel. In den nĂ€chsten 10 Jahren werden 36.000 Fahrerinnen und Fahrer fehlen, ohne den erheblichen Mehrbedarf durch die Verkehrswende mit einzubeziehen. Mehrbedarf wird es auch bei den Bussen selbst geben. Mehr FahrgĂ€ste bedeuten zwangslĂ€ufig auch mehr Busse. Nur in einem einzigen EU-Mitgliedstaat ist das VerhĂ€ltnis von Einwohnern zu Bussen schlechter als in Deutschland â den Niederlanden. Hierzulande mĂŒssen sich ĂŒber 1.100 Menschen einen Bus âteilenâ. Im EU-Schnitt sind es nur knapp 650. Und in Polen kommen 300 Einwohner:innen auf einen Bus - 72 Prozent weniger als in Deutschland. Wenn die Verkehrswende bei uns gelingen soll, muss die Zahl der Busse auf unseren StraĂen deutlich steigen.
Deshalb muss sichergestellt werden, dass der zweite âFörderaufruf von Bussen mit alternativen Antriebenâ die klein- und mittelstĂ€ndischen Busunternehmen durch priorisierende Vergabekriterien bevorzugt. Konkrete Rahmenbedingungen hierzu hat der bdo bereits mit den Verantwortlichen von BMDV und der Förderagentur NOW GmbH abgestimmt. Die mittelstandsfreundliche Busförderung wurde zuvor in den aktuellen Koalitionsvertrag aufgenommen und der Bus als Garant der Verkehrswende bestĂ€tigt. Kein anderes Verkehrsmittel ermöglicht mehr Menschen MobilitĂ€t und damit gesellschaftliche Teilhabe.
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