Studie: Bus ist klimagünstigstes Verkehrsmittel
 

VERLAG EUROBUS GMBH

Studie: Bus ist klimagünstigstes Verkehrsmittel

Mittwoch, 26.08.2009

Busse und Bahn weisen eine wesentlich bessere Klimabilanz als der motorisierte Individualverkehr auf - das belegt eine neue Studie des Freiburger Öko-Instituts. Erstmals wurde die aktuelle und zukünftige Klimawirkung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für ein Bundesland ermittelt. Den vorliegenden Daten zufolge spart der ÖPNV in Schleswig-Holstein im Vergleich zum Autoverkehr mehrere hunderttausend Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) ein. Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) sieht sich durch die Ergebnisse der Studie in seiner Auffassung bestätigt: Der Bus ist das klimagünstigste Verkehrsmittel. Die Wissenschaftler verglichen in ihrer Untersuchung, die im Auftrag der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft Schleswig-Holstein (LVS) erstellt wurde, Kohlendioxid-Emissionen des ÖPNV mit denen des Autoverkehrs für die Jahre 2005, 2012 und 2025. Das Ergebnis: Bus und Bahn im nördlichsten Bundesland entlasten die Atmosphäre im Vergleich zum Autoverkehr um jährlich knapp 254.000 Tonnen CO2. Allein der ÖPNV-Busverkehr spart dabei rund 149.000 Tonnen Kohlendioxid ein, was einer Reduzierung der jährlichen CO2-Emissionen des Personenverkehrs von 6,4 Prozent entspricht. Auch der Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) erzielt beträchtliche Einsparungen: Der SPNV erbringt rund 1,4 Milliarden Personen-Kilometer und führt dabei zu Kohlendioxid-Emissionen in Höhe von rund 125.000 Tonnen. Würde diese Verkehrsleistung mit dem Auto statt mit der Bahn zurückgelegt, lägen die C02-Emissionen bei rund 230.000 Tonnen und damit 84 Prozent höher als bei der Bahn. Aktuell verursacht der Autoverkehr in Schleswig-Holstein rund 4,0 Millionen Tonnen CO2. Für 2012 rechnen die Experten mit CO2-Einsparungen durch den ÖPNV von mindestens 228.900 Tonnen. Im Jahr 2025 ist für den Norden von einer Reduzierung um mindestens 198.000 Tonnen CO2 auszugehen - bei einer offensiveren Angebotspolitik im SPNV beträgt der Vorteil sogar 210.000 Tonnen CO2. Der CO2-Vorteil, den die Busse im öffentlichen Straßenpersonenverkehr erzielen, wird von 149.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr 2005 auf 101.000 Tonnen im Jahr 2025 abnehmen. Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass einerseits die spezifischen CO2-Emissionen des Pkw- und Bus-Verkehrs pro Personen-Kilometer stark nachlassen, andererseits die Verkehrsleistung bis 2025 auf dem Niveau von 2005 stagniert. Die für Autos eingerechnete Effizienzsteigerung von 25 Prozent bei der Schadstoffminderung ist auch eine Ursache für den leichten Rückgang des CO2-Vorteils des Schienenpersonennahverkehrs auf rund 97.000 Tonnen im Jahr 2025. Dieser Wert liegt rund 8.000 Tonnen niedriger als 2005, da dem SPNV pro Zug-Kilometer lediglich eine Verbesserung von nur rund zehn Prozent unterstellt wird. Der bdo nimmt die Ergebnisse der Studie zum Anlass, von der Politik nochmals eine wirksame Unterstützung des ÖPNV zu fordern. Bundes- und Landesregierungen verkünden zwar klimapolitische Ziele, haben aber seit Jahren Fördermittel für Schülertickets und zum ÖPNV-Ausbau gekürzt. „Der Bus garantiert nicht nur die preiswerte Mobilität von Millionen Menschen, sondern weist auch eine wesentlich bessere Umweltbilanz auf als andere Verkehrsträger. Die Studie des Öko-Instituts untermauert die Auffassung des bdo: Der Bus ist das klimagünstigste Verkehrsmittel. Daher besteht auch aus Umweltschutzgründen ein berechtigtes Interesse, den Bus als Leistungsträger im ÖPNV durch eine angemessene Finanzierung zu stärken“, erklärte Wolfgang Steinbrück, Präsident des bdo.

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