

Mit tiefer Trauer nehmen der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) und der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (BDO) Abschied von Friedel Rau. Am Freitag, 30. Januar 2026, ist er im Alter von 89 Jahren gestorben. Mit ihm verliert die Busbranche einen ihrer prägendsten Omnibusunternehmer und Verbandsvertreter – eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg fachlich, politisch und menschlich Maßstäbe gesetzt hat.
Friedel Rau war Omnibusunternehmer aus Aalen mit Leib und Seele. Das Busgewerbe war ihm in die Wiege gelegt: Bereits sein Vater Max Rau übernahm 1931 die 1927 gegründete Kommanditgesellschaft Scherz, Omnibusverkehr Aalen. 1961 trat der Freidel Rau, Diplom-Ingenieur in das Familienunternehmen ein und übernahm die Geschäftsleitung, während seine Ehefrau Henriette die Buchhaltung verantwortete. Später führte er das Unternehmen gemeinsam mit seinen Söhnen Ulrich und Peter als Geschäftsführer der OVA Omnibus-Verkehr Aalen, Dipl.-Ing. Rau GmbH & Co. KG.
Sein unternehmerisches Wirken war untrennbar mit seinem außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagement verbunden. Bereits 1967 wurde Friedel Rau beim WBO als Referent Technik in den Vorstand gewählt. Nach dem tragischen Unfalltod von Erich Schefenacker übernahm er am 09. Februar 1972 den Vorsitz des Verbandes. 25 Jahre lang prägte er als Präsident die Arbeit des WBO – mit Klarheit, Beharrlichkeit und einem tiefen Verständnis für die Belange mittelständischer Omnibusunternehmen.
Sein Einsatz reichte weit über Baden-Württemberg hinaus. 1973 wurde Friedel Rau Vizepräsident des damaligen Bundesverbandes BDP. Ein Jahr später war er maßgeblich an der Gründung der Gütegemeinschaft Buskomfort (GBK) beteiligt. Auch die Gründung des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmen (BDO) im Jahr 1981 geht wesentlich auf seine Initiative zurück. Als erster Präsident führte er den neuen Verband bis 1995 und prägte ihn in entscheidenden Jahren seines Aufbaus.
Friedel Rau lebte das Ehrenamt mit außergewöhnlicher Hingabe. Er galt als streitbar, leidenschaftlich und konsequent in der Sache – zugleich stets dem Ausgleich verpflichtet. Für viele war er ein Kämpfer, für alle ein verlässlicher Ansprechpartner, für die Branche eine Legende. Für sein Wirken erhielt er unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg sowie die Silberne Ehrenplakette seiner Heimatstadt Aalen.
Im hohen Alter zog sich Friedel Rau aus dem öffentlichen Wirken zurück, blieb der Branche jedoch innerlich stets verbunden. WBO und BDO verlieren mit ihm einen außergewöhnlichen Gestalter und überzeugten Vertreter des mittelständischen Busgewerbes.
Die Verbände und ihre Mitgliedsunternehmen sind Friedel Rau zu großem Dank verpflichtet und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Ihr tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.
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