
Der LBO schlägt Alarm: Droht nun doch eine Autobahnmaut für Busse in Deutschland?
Denn die Debatte über die Maut ist hinter den Kulissen erneut entflammt. Die sog. „Daehre-Kommission“ der Bundesregierung – darunter hochkarätige Verkehrsminister der Länder und Staatssekretäre - hat sich zur Finanzierung der Infrastruktur den rot-grünen Forderungen angeschlossen. Sie verspricht sich eine Steigerung des Mautaufkommens zwischen 100 und 300 Millionen Euro jährlich.
Hiervon wären bundesweit über 100 Millionen Fahrgäste und 4.000 mittelständische private Busunternehmer unmittelbar betroffen. Dagegen opponiert der Landesverband der Bayerischen Omnobusunternehmer (LBO) aufs Heftigste. Denn der Freistaat Bayern mit seinen 1.000 Busunternehmen sowie die gesamte Wirtschaft im Freistaat würde auch zu den Verlieren zählen.
„Eine Mautpflicht für Busse in Deutschland wäre ein verkehrs-, sozial- und umweltpolitischer Tiefschlag und schadet insbesondere Bayern als Tourismusland Nummer Eins“, so LBOPräsident Heino Brodschelm (Burghausen). Fakt ist: „Deutsche Busse zahlen für die Nutzung der Bundesautobahnen bereits mehr als das Dreifache dessen, was sie an Wegekosten verursachen! Dem gegenüber deckt der Schienenfernverkehr lediglich seine Wegekosten zu 56 %.“
Brodschelm warnt davor, dass sich alle Busreisen empfindlich verteuern würden:
„So würde sich bei Anwendung des aktuellen Mautsatzes für Lkw z.B. eine Klassenfahrt von
Aschaffenburg nach Bad Reichenhall (hin und zurück ca. 1.000 km) um 160,- Euro verteuern.
Die Fahrgäste von Busreisen sind keine Geschäftsreisenden, sondern ältere Menschen
(Rentner) oder junge Menschen (Schulkinder, Studenten, Auszubildende), die preisbewusst
verreisen wollen und müssen. In Bayern wären über 20 Millionen Busfahrgäste betroffen.“
Zudem verzerre eine Bus-Maut den Wettbewerb: „Bahn und Flugzeug werden massiv staatlich gefördert, während der Busverkehr seine Kosten selbst trägt und steuerlich voll belastet wird.“