



(lop) “Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht - jetzt starten wir neu“: Ali Murat Atlas wirkt entschlossen. Als neuer General Manager des ältesten und größten türkischen Busherstellers Otokar ist er vielen deutschen Busuntnehmern noch aus seiner Zeit bei Temsa bekannt. Ebenso wie Ilker Civa, der als Export Section Manager ihm zur Seite steht. Beide kennen deutschsprachigen Markt mit seinen Besonderheiten bereits und haben sich mit Martin Scharrer (Ex-MAN) einen absoluten Markt-Insider ins Boot geholt, um die nötigen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Auftreten in Deutschland, Östereich und der Schweiz zu schaffen. “Die Vorarbeiten sind abgeschlossen, die bürokratischen Hürden genommen und die ersten drei Händler unter Vertrag genommen“, gab sich Scharrer bei einer Vorab-Präsentation am Münchener Airport optimistisch, bei der Busworld in Kortrijk “so richtig durchstarten zu können. Denn vor zwei Jahren hatte es Otokar schon einmal versucht. Und war gescheitert an den Widrigkeiten der Partner-Findung. Das ist nun anders: mit Bus World Wide KN für Nordrhein-Westfalen, Savona (Sandra Novack) für Bayern, R. Gangolf (ehemals Neoplan) für Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen sowie Riab in der Schweiz hat man seriöse Partner gefunden, denen weitere folgen sollen. Denn die aus dem branchenübergreifenden Koc-Konzern in Istanbul entstammenden Busbauer vom Bosporus, nach eigenen Angaben mit rund 1.500 produzierten Groß- und Kleinbussen derzeit der größte Bushersteller der Türkei noch vor Temsa, haben Ehrgeiziges vor. “ 2016 wollen wir in Europa bei Kleinbussen 10m abwärts einen Gesamtmarktanteil von 5% erreichen“, so General Manager Atlas selbstbewusst. 200 bis 250 Busse traut man sich durchaus zu. Der Markt dafür ist da und wächst: In Deutschland wird er auf jährlich rund 500 Einheiten geschätzt. So liegt der Fokus von Otokar eindeutig auf Bussen unter 10m. “Im Segment der 12m-Busse wollen wir uns nicht mit den deutschen Herstellern messen“, so die Strategie, obwohl das Werk in Sarakay bei Istanbul auch die Baureihen Kent und Territo in dieser Größe produziert - allerdings überwiegend für den türkischen Markt und den mittleren Osten. Nach Westeuropa sollen vor allem der Vectio (10m Citybus mit MAN-Motorisierung) und der Navigo (7,1 bis 7,7m) importiert werden. Als Motoren-Option wird noch Cummins angeboten. Der Vorteil liegt dabei sicherlich im Preis gegenüber den Mitbewerbern, die Verarbeitung gilt als solide - bleibt der After Sales. Die Ersatzteil-Belieferung wird von der Westeuropa-Zentrale in Roissy bei Paris gesteuert. Angestrebt wird eine 24-Stunden-Garantie. “Wir sind auf einem guten Weg und werden uns in Kortrijk mit unserem gesamten Portfolio präsentieren, um unseren potenziellen Kunden in Europa unsere Leistungsfähigkeit zu zeigen“, betont Atlas. Schließlich sei man gekommen, um zu bleiben.