Wie aus dem Bericht hervorgeht, lag die Quote der Busse mit erheblichen oder gefährlichen Mängeln bei 19,2 Prozent – ein Anstieg um 5,1 Prozentpunkte im Vergleich zum vorherigen Bus-Report. Weitere elf Prozent der Fahrzeuge wiesen geringe Mängel auf. Gleichzeitig sank der Anteil mängelfreier Busse auf 69,8 Prozent. Besonders auffällig sei laut TÜV, dass inzwischen bereits jeder zehnte Bus ein Jahr nach der Erstzulassung die Hauptuntersuchung nicht besteht.
Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband, bezeichnete die Entwicklung als „alarmierend“. Insbesondere jüngere Fahrzeuge schnitten bei den Prüfungen schlechter ab. Goebelt führte dies unter anderem auf den wirtschaftlichen Druck in der Personenbeförderung zurück. Dieser führe offenbar dazu, dass Wartung und Pflege nicht immer die notwendige Aufmerksamkeit erhielten.
Der BDO weist diese Darstellung entschieden zurück. Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard betonte, Busse seien weiterhin die sichersten Fahrzeuge im Straßenverkehr. Sicherheit habe für die Unternehmen oberste Priorität. Die Behauptung, aus wirtschaftlichen Gründen werde bei Wartung und Pflege gespart, sei „aus der Luft gegriffen und tendenziös“. Viele Busunternehmen seien familiengeführt und pflegten seit Jahrzehnten enge Beziehungen zu Fahrgästen und Fahrpersonal. Dies motiviere zu größtmöglicher Sorgfalt.
Den Anstieg der Mängelquote sieht der BDO vielmehr als Folge eines grundlegenden Problems in der Fahrzeugtechnik. Leonard verwies darauf, dass moderne Busse immer komplexer würden und die technischen Anforderungen kontinuierlich stiegen. Wenn bereits zehn Prozent neuer Busse nach einem Jahr durch die Hauptuntersuchung fielen, spreche dies aus Sicht des BDO eher für systemische Ursachen und Nachholbedarf bei der Qualität der Fahrzeuge.
Für den TÜV-Report wurden rund 67.000 Hauptuntersuchungen aus den Jahren 2024 und 2025 ausgewertet. Mit zunehmendem Fahrzeugalter steigen die Mängelquoten weiter an: Bei fünf Jahre alten Bussen wurden bei 21 Prozent erhebliche oder gefährliche Mängel festgestellt, bei 15 Jahre alten Fahrzeugen lag die Quote bei 24,1 Prozent. Das Durchschnittsalter der deutschen Busflotte blieb laut Kraftfahrt-Bundesamt mit 8,3 Jahren stabil. Gleichzeitig erreichte der Bestand an Bussen mit rund 87.500 Fahrzeugen einen historischen Höchststand.
Als häufigste technische Probleme nennt der Bericht Ölverlust an Motor oder Antrieb mit 6,3 Prozent der untersuchten Fahrzeuge. Hinzu kommen Beleuchtungsmängel sowie Defekte an Bremsanlagen. Nach Angaben des TÜV seien viele dieser Mängel bei regelmäßiger Wartung frühzeitig erkennbar und mit vergleichsweise geringem Aufwand zu beheben.
Mit Blick auf moderne Elektro- und Hybridbusse fordert der TÜV-Verband zudem eine Weiterentwicklung der Prüfverfahren. Elektronische Sicherheitssysteme, Fahrerassistenzfunktionen sowie Hochvolt- und Batteriesysteme müssten künftig stärker in den Fokus der technischen Überwachung rücken.





