Die neuesten Zahlen und Trendbarometer zur Busbranche liegen vor. In der 20. bdo-Konjunkturumfrage zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Bustouristik, Fernlinie und ÖPNV.
Im Segment Touristik setzt sich der Positivtrend des letzten Jahres fort: Fünf Jahre nach der COVID-19-Pandemie liegen die Zahlen sogar über dem Vor-Corona-Niveau. Drei Viertel der Befragten bewerten die allgemeine Geschäftslage als gleichbleibend positiv oder günstiger. Knapp die Hälfte der Unternehmen konnte ihren Umsatz weiter steigern.
„Die gezielten Corona-Hilfen haben dem Busmittelstand geholfen und sichern heute umweltfreundliches Reisen mit dem Bus“, betont Christiane Leonard, bdo-Hauptgeschäftsführerin. Dennoch ist ein leichter Abschwächungstrend bei allen Kennzahlen zu erkennen.
Zuviel Bürokratie
Laut Leonard wünschen sich Busunternehmen vor allem verlässliche, unbürokratische Rahmenbedingungen. Überbordende Bürokratie, steuerliche Ungleichbehandlung, Herausforderungen bei der Antriebswende und Reformbedarf bei der Busfahrausbildung bremsen die Branche. Der Gesetzgeber müsse jetzt dringend reagieren, um die Verkehrswende nicht zur Utopie werden zu lassen.
Negativtrend ÖPNV
Im ÖPNV setzt sich der Negativtrend fort: 50 Prozent der Betriebe berichten von einer unveränderten Lage, knapp ein Drittel von einer verschlechterten Entwicklung. Für 2025 erwarten 40 Prozent eine schlechtere Geschäftslage. Hohe Investitionen in die Antriebswende und den Ausbau des Angebots belasten die Unternehmen, während ca. zwei Drittel zusätzliche Mittel für die Erhaltung bestehender Verkehre einsetzen würden. 19 Prozent müssen Teile ihres ÖPNV-Angebots einschränken.
Fernbusverkehr
Für 2025 rechnen 13 Prozent der Fernbusbetriebe mit einer besseren Geschäftslage, 38 Prozent mit einer ungünstigeren Entwicklung.
Fachkräftemangel nimmt zu
Ein zentrales Problem bleibt der Fahrpersonalmangel: 81 Prozent der Betriebe erwarten in den nächsten 12 Monaten eine weitere Zunahme offener Stellen. Bereits heute ist mehr als die Hälfte des Fahrpersonals über 55 Jahre alt, und 83 Prozent der Unternehmen können Rentenabgänge nicht nachbesetzen.
Weiterführende Links:
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Vollständige bdo-Konjunkturumfrage 2024/2025
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